Coronavirus: Infos zu weiteren Krankenkassen bzgl. bereits genehmigter Herzgruppen-Verordnungen

 (AKTUALISIERT am 25.3.2020; neu kam hinzu: DRV BUND)

Hier finden Sie weitere ganz aktuelle Informationen bzgl. der Regelungen von weiteren Krankenkassen im Hinblick auf bereits genehmigte Verordnungen für den Rehasport in Herzgruppen. Bzgl. der AOK Bayern: siehe eigene Meldung unter "News". Wir gehen davon aus, dass sämtliche hier dargestellte Regelungen der Krankenkassen nicht nur für Herzgruppen gelten, sondern auch für jeglichen anderen Rehasport.

Bitte beachten Sie im Folgenden besonders die rot markierte Textstelle, da hier ggf. aktueller Handlungsbedarf für Sie als Herzgruppenträger besteht!

DRV BUND

  • Damit derzeit nicht mögliche Leistungen ggf. zeitnah nachgeholt werden können, erklärt sich die DRV BUND bereit, für Versicherte der DRV Bund die in der BAR-Rahmenvereinbarung festgelegten Fristen für Beginn und Abschluss um 3 Monate zu verlängern. Es gilt die mit der jeweiligen Verordnung verbundene Zusage der DRV Bund zur Kostenübernahme also grundsätzlich auch bei einem entsprechend späteren Beginn bzw. späterer Fortführung sowie Beendigung.
  • Kann eine (weitere) Durchführung von Reha-Sport bzw. Funktionstraining nicht innerhalb der eingeräumten Fristenverlängerung erfolgen (z.B. weil sich die Krisensituation bis dahin nicht wesentlich gebessert hat), kann eine Abrechnung der zu Lasten der DRV Bund wahrgenommenen Leistung nur bis zum Ende der Fristverlängerung erfolgen. Eine weitere Verlängerung kommt mit Blick auf den für die Leistung maßgeblichen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der vorhergehenden medizinischen Rehabilitation nicht in Betracht.
  • Ausfallvergütungen an die Sportvereine bzw. Sport-/Trainingsanbieter können durch die DRV Bund mangels Rechtsgrundlage leider nicht gezahlt werden.

 

Knappschaft (bayerische Primärkasse)

  • Eine Verlängerung des bereits bewilligten Genehmigungszeitraums der Leistungsinanspruchnahme kann um bis zu sechs Monate durch die jeweilige Geschäftsstelle erfolgen.
  • Eine Verlängerung kann aber nur den Umfang des Zeitraums haben, wie der Herzgruppenbetrieb aufgrund der Corona-Krise ausfallen musste. Dies kann dann ggf. auch weniger als die o.g. sechs Monate sein.

Von weiteren bayerischen Primärkassen liegt uns aktuell keine Meldung vor.

 

Verband der Ersatzkassen (vdek; gilt für folgende Kassen: Techniker, Barmer, DAK-Gesundheit, KKH, hkk, HEK)

Genehmigungsverfahren

Der Bewilligungszeitraum beim Rehabilitationssport und Funktionstraining wird unbürokratisch um die Zeit der Aussetzung der Übungsveranstaltungen verlängert. Hierzu bedarf es keiner besonderen Antragstellung durch die Versicherten bzw. die Leistungserbringer.

Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Versicherten aus Angst vor Ansteckung nicht mehr teilnehmen, die Leistungserbringer die Übungsveranstaltungen abgesagt haben, die Übungsstätten geschlossen wurden oder die Durchführung behördlicherseits untersagt wurde.

Die Rehabilitationsträger (= Krankenkassen) werden nach überstandener Corona-Krise alle Leistungserbringer-Verbände über den (max.) Verlängerungszeitraum informieren.

 

Zwischenabrechnungen

Die Leistungserbringer haben einen Vergütungsanspruch für die bereits erbrachten Übungsveranstaltungen. Es wird empfohlen, diese Leistungen unabhängig von den vertraglich geregelten Zwischenabrechnungsterminen (in der Regel zum 30.06. und 31.12. d.J.) sofort mit den Krankenkassen abzurechnen, um Liquiditätsengpässe abzumildern.

Hinweis: Die Verbreitung des SARS-CoV-2 (Corona-Virus) kann ebenfalls zu Problemen in der operativen Bearbeitung bei den Krankenkassen und/oder deren Abrechnungsdienstleistern führen.

 

Finanzielle Hilfen

Vorauszahlungen/Abschlagszahlungen, z.B. in Höhe der in 2019 erbrachten Leistungen, sind nicht möglich. Dies gilt ebenso für die Einrichtung von Unterstützungsfonds etc.

In diesem Zusammenhang wird auf das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus hingewiesen. Man kann selbst prüfen, ob u.a. folgendes in Frage kommen kann (Ansprechpartner: Bayerische Staatsregierung):

    • ggfs. Ansprüche auf Entschädigungsleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz
    • ggfs. Anträge auf Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen oder Anträge auf Kurzarbeitergeld
    • ggfs. Anträge auf steuerliche Liquiditätshilfen für Unternehmen
    • ggfs. Anträge auf Kredite bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)